Unsere Erkältungsroutine

Urlaub und das Kind ist krank

Mein Mann, unser Sohn und ich wollten eine Woche lang die Verwandtschaft besuchen, die wir so selten sehen. In der Woche vorher mieden wir extra Menschenansammlungen und andere Kinder so gut es ging, da wir endlich einmal gesund in den Urlaub fahren wollten. Es hat natürlich nicht geklappt und wir sind inzwischen alle drei krank.

Wenn schon nichts aus meinen ursprünglichen Plänen wurde, möchte ich euch wenigstens erzählen, wie wir gegen Erkältungen – zumindest deren Symptome – vorgehen. (Ich nenne euch auch konkrete Produkte, bekomme aber kein Geld dafür.)

Bild unserer Hausmittelchen gegen Erkältung

Medikamente

Schon im ersten Jahr war Mini unglaublich oft erkältet. Das Gemeine ist, dass Babys den Schleim noch nicht abhusten können, deshalb haben wir ihn öfter bei unserer Kinderärztin vorgestellt um sicher zu gehen, dass die Lunge frei ist und die Ohren nicht entzündet sind. Da wir keine Komplikationen hatten, gab sie uns Fieber- und Hustensaft sowie Nasentropfen.

Hustensaft

Anfangs bekamen wir Prospan. Mini nahm ihn gerne, aber der Saft half unserer Meinung nach überhaupt nichts. Tagsüber hatten wir kein Problem mit Husten, obwohl er da eigentlich den Schleim abhusten sollte und nachts wurde der Kleine oft von schlimmen Hustenanfällen geplagt. Da er weinte, wenn wir ihn aufrichteten und es somit noch schlimmer wurde, ließen wir ihn neben uns liegen und er hustete jede Nacht wirklich lange.

Als ich zur Ärztin meinte, dass der Saft nichts hilft, gab sie uns Mucosolvan. Irgendwas darin vertrug unser Kleiner wohl nicht, jedenfalls musste er sich wenige Stunden später übergeben und tat das daraufhin schon, wenn er den Saft schon roch.

Ein paar Tage später las ich, dass es nicht eine einzige Studie gibt, die zeigt, dass Hustensaft etwas zur Besserung beiträgt. Seitdem hat sich das Thema für uns erledigt und wir verzichten darauf. Ich merke wirklich nicht, dass es ihm ohne Hustensaft schlechter ginge. Allerdings glaube ich, dass das in erster Linie für diese Säfte gilt, die gleichzeitig den Schleim lösen sollen und den Husten stillen. Und ich kann mir vorstellen, dass es Situationen gibt, in denen man doch einen speziellen Hustenstiller benötigt, damit das Kind mal in Ruhe schlafen kann.

Salben

Bei Babys und Kleinkindern darf man ja keinesfalls ätherische Öle wie Menthol verwenden, weil es sonst die Atmung behindern und lebensgefährlich werden kann. Deshalb fallen auch die üblichen Erkältungssalben oder Erkältungsbäder weg, die ich kannte, um die Nase frei zu bekommen. Was aber wohl auch für Babys unbedenklich ist, ist z.B. Engelswurzbalsam und Thymian-Myrte-Balsam für Säuglinge und Kinder.

Eine Freundin hat mir diese beiden Salben empfohlen und wendet sie auch schon lange bei ihrem Baby an. Ich alter Angsthase trage die Salben trotzdem vorsichtshalber nicht vor dem Schlafen auf, sondern nur, wenn ich mein Kind im Auge habe.

Nasentropfen

Wir gehen gar nicht mehr ohne Nasentropfen und Nasensauger auf Reisen. Wir haben Nasentropfen mit Kochsalzlösung und abschwellende Nasentropfen. Während die mit Kochsalzlösung die Schleimhäute nicht angreifen und deshalb immer bei Bedarf angewendet werden können, muss man mit den abschwellenden Tropfen vorsichtiger sein. Aber im Notfall können sie schon deutlich Erleichterung bringen. Wobei bei dieser und der letzten Erkältung die Kombination aus Kochsalz-Tropfen und Nasensauger (siehe unten) ausreichend waren.

Fieber-/ Schmerzmittel

Wenn Mini keine Schmerzen hat, lasse ich ihn auch recht hoch fiebern. Unsere Kinderärztin meinte, dass wir bis 40 Grad kein Fiebermittel geben brauchen. Bisher hatten wir auch noch keinen Fieberkrampf, von daher sehe ich das recht gelassen.
Bei Schmerzen warte ich dagegen nicht sehr lange und greife gerne auf Ibuprofensaft (hier Nurofen) zurück. Alternativ haben wir Paracetamol-Zäpfchen, doch das Problem an den Zäpfchen ist, dass sie manchmal nach wenigen Minuten wieder raus kommen. Da ich aber dann nicht weiß, wieviel vom Wirkstoff schon ins Blut gegangen ist, möchte ich ihm nicht kein neues Zäpfchen geben um eine Überdosierung zu vermeiden. Beim Saft passiert das nicht so leicht. Wenn das Baby dagegen gerade spuckt, gilt natürlich das Gegenteil. Man sollte also beides zu Hause haben.

Nasensauger

NasensaugerIch war wirklich sehr, sehr skeptisch was diese Dinger anging. Vor allem wenn ich erlebte, wie manche Babys beim Absaugen weinen. Da dem Mini die Nase aber am meisten zu schaffen machte, holten wir uns dennoch irgendwann einen Nasensauger aus der Apotheke. Eigentlich wurde uns von Freunden einer empfohlen, den man an den Staubsauger anschließen kann (klingt viel martialischer als es ist, der Saugdruck ist kaum zu spüren). Den gab es damals aber nicht, deshalb nahmen wir einen Sauger, an dem die Eltern selbst mit dem Mund saugen müssen. Klingt eklig, aber vom Schnupfen kommt definitiv nichts im Mund an. Der große Vorteil gegenüber der Staubsaugerlösung ist, dass es leise ist und man auch nachts absaugen kann, wenn das Kind (halb)schläft.

Wir haben den Schnupfen immer erst mit Salznasentropfen “angelockert” und dann abgesaugt. Wir fingen ganz vorsichtig an und nicht mit der Hau-Ruck-Methode. Wir hielten zum Beispiel nie seinen Kopf fest und schaffen es eigentlich auch bis heute nicht, dabei ein Nasenloch zuzuhalten. So ist es oft relativ oberflächlich und man könnte wahrscheinlich mehr rausbekommen, aber für uns ist das auch so eine sehr gute Lösung. Wir hatten nie ein weinendes Kind. Der Mini zieht seinen Kopf auch oft weg, aber mehr aus Neugier und sicherlich auch aus Verunsicherung, vielleicht auch weil es kitzelt, aber keinesfalls wegen Schmerzen. Ich frage immer, ob ich absaugen darf und genau wie bei den Nasentropfen hat mein Sohn gemerkt, dass es ihm gut tut und lässt es freimütig zu.

Ich schätze, die größte Gefahr an dem Nasensauger ist, dass man mit der Kante zu stark an die Nasenschleimhaut kommt und diese verletzt. Also Vorsicht besonders bei zappeligen Kindern!

Inhalieren

Da mein Mann und ich auch sehr anfällig für Atemwegserkrankungen sind, hatten wir schon vor der Geburt ein Inhalationsgerät. Es vernebelt eine Kochsalzlösung ganz fein, die Erwachsene durch ein Mundstück und Kinder durch eine Atemmaske einatmen. Ich finde den Nebel sehr angenehm und habe auch das Gefühl, dass es bei unserem Sohn den Husten und Schleim ein wenig löst.
Ich lese dazu mit Mini immer ein Buch, damit er etwas abgelenkt ist. Anfangs hielt ich die Maske etwas von ihm entfernt, so dass nur der Nebel in seine Richtung geströmt ist. Doch recht schnell konnte ich damit näher an sein Gesicht, bis Mini sich selbst sogar die Maske an den Mund hielt.

Freunde von uns haben den Pariboy, der uns aber zu teuer war. Deshalb haben wir uns damals das Inhalationsgerät “Inqua” besorgt und sind auch sehr zufrieden damit.

Meine Tipps zu diesem Thema:

  1. Man kann sich ein Inhalationsgerät auch verschreiben lassen und aus der Apotheke leihen!
  2. Ich finde die Kochsalzlösung leider relativ teuer und ständig selbst machen zu umständlich. Bei Amazon gibt es größere Mengen deutlich günstiger als in der Apotheke. Und was ich leider zu spät gesehen habe – bei Lidl gab es sie letztens noch günstiger! Jetzt haben wir einen seeehr großen Vorrat..

Feuchtes Handtuch neben das Bett oder über die Heizung

Feuchte Luft ist einfach besser für die Schleimhäute als trockene Luft. Ihr könnt auch eine Schale oder einen Topf auf die Heizung stellen; einfach Wasser ohne Zusätze, vor allem keine ätherische Öle.

Mit erhöhtem Oberkörper schlafen

Unsere Kinderärztin hatte uns empfohlen, Handtücher oder Ähnliches unter die Matratze zu legen, damit der Schleim aus dem Rachen besser ablaufen kann. Damit das Baby nicht runterrutscht kann man noch ein zusammengerolltes Handtuch unter die Beine legen. Klingt in der Theorie gut, unser Mini hat sich aber ständig im 90°-Winkel gedreht, so dass es in der Praxis nicht funktionierte. Als er dann vom Beistellbett ins Familienbett zog, ging das mit dem Erhöhen noch schlechter. Aber vielleicht klappt es bei euch, denn verkehrt ist es sicher nicht!

Als Alternative habe ich den Kleinen als Baby zum Mittagsschlaf ins Tragetuch und später in den Kinderwagen gepackt. Das hat den Vorteil, dass der Schleim runterfließen kann und gleichzeitig hat das Kind frische Luft. Richtig blöd ist nur, dass man oft selbst krank ist, wenn das Kind krank ist und dann wird es mit dem Spazierengehen ganz schön anstrengend! Deshalb scheut euch grundsätzlich bitte nicht, Freunde und Familie um Hilfe zu beten, wenn es möglich ist. Ein Mittagsspaziergang wäre doch ein guter Ansatzpunkt. Oder dass euch jemand etwas zu Essen vorbeibringt.

Habt ihr noch weitere Tipps? Oder mit den gleichen Mitteln andere Erfahrungen gemacht?

 

3 Gedanken zu “Unsere Erkältungsroutine

  1. Hey,
    oh je jetzt hat es euch auch erwischt. Kleiner Tipp bei Zäpfchen, immer das Dicke Ende zuerst reinschieben. Also nicht die Spitze denn dann bleibt es auch drin.
    Wir haben den Nasensauger für den Staubsauger, der ist wirklich spitzenmässig.
    Ja ich wünsch euch gute Besserung und sage willkommen in der Virenhölle.
    Liebe Grüsse
    Dani

    • Hi Dani,
      danke schön! Und wie bei euch war es auch auf dem Weg zu den Großeltern. Grrr!
      Hmm, das Problem ist, dass so ein Zäpfchen bei unserem Kleinen fürchterlich Stuhlgang provoziert…
      Und danke auch für die Info mit dem Sauger! Mal sehen, was die Teile kosten. Vielleicht hole ich mir auch noch einen zweiten für tagsüber :)
      Euch auch weiterhin gute Besserung und liebe Grüße
      Lukaano

      • Hey, ja genau deshalb das Zäpfchen andersrum da es dann nicht reizt und drin bleibt. Wir sind irgendwie nie fit aber es geht vorbei.
        Liebe Grüsse
        Dani

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